Nespresso versus Senseo – der Kapseltest

In diesem Jahr ist das Monopol für den alleinigen Verkauf der Nespresso-Kapseln durch den Erfinder Nespresso gefallen und jetzt dürfen sich auch andere Hersteller dranmachen, die Kapseln für die exklusiven Nespresso-Maschinen herzustellen.

Meines Wissens ist Senseo der erste Anbieter der diese Kapseln jetzt verkauft, was natürlich praktisch ist, denn diese sind anders als die Originale auch in jedem Supermarkt zu kaufen. Nespresso-Kapseln gibt es nur in den Nespresso-Boutiquen oder online.

Ob sie, neben diesem klaren Vorteil, auch besser oder zumindest dem Original ebenbürtig sind haben wir jetzt einmal getestet.

Eines Vorweg. Wir haben seit gut fünf Jahren eine Nespresso-Maschine und sind, was den Geschmack und die Qualität angeht sehr verwöhnt. Eine Senseo Pad-Maschine, die wir davor einmal getestet hatten, hielt sich nicht lange bei uns. Trotzdem sind wir an diesen Test so unvoreingenommen wie möglich rangegangen.

Was haben wir getestet?

Als uns vor kurzem einmal die Kaffee-Kapseln ausgegangen waren, nahmen wir das zum Anlass im Supermarkt einmal nach den Seseo-Kapseln zu greifen. Wir entschieden uns für die Lungo-Sorte „Elegante“. Außerdem bestellten wir bei Senseo das Test-Set mit je einer Kapsel der Sorte „Profondo“ und „Fragrante“ (Lungo), sowie „Supremo“ und „Forza“ (Espresso).
Bei Nespresso nehmen wir zur Zeit die Sorten „Dulsão do Brasil“ (Lunge) und „Roma“ (Espresso).

Der Preis

Senseo ist mit 3,29 Euro für 10 Kapseln etwas günstiger als Nespresso. Unsere Sorten kosten je 10 Kapseln 3,50 Euro bzw. 3,90 Euro. Ein Punkt für Senseo.

Die Verpackung

Schon im Supermarkt fiel uns auf, dass die Senseo-Verpackung für 10 Kapseln relativ groß ist. Als wir den Pappkarton zuhause öffneten, sahen wir, dass die Kapseln noch mal einzeln in einer Folienverpackung steckten. Den Grund dafür offenbarte sich uns, nach dem Aufreißen der Folie. Sofort erfüllte Kaffee-Duft die Küche, den die Kapsel darin war schon perforiert, damit das heiße Wasser später durch sie hindurchgepresst werden kann. Am auffälligsten jedoch war die Kapsel selber: Sie ist etwas kleiner als das Original und besteht aus transparentem, hartem Kunststoff.

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Anders bei Nespresso. Die Alukapseln schließen den Kaffee luftdicht ein und müssen daher nicht noch mal in Folie geschlagen werden. Perforiert werden sie erst in der Maschine. Auch der Umkarton, der ebenfalls 10 Kapseln enthält, ist nur so groß, dass die Kapseln gerade hineinpassen (die typische Stangenform).

Jetzt mag man sich streiten ob Alumüll besser als Plastikmüll ist, da aber Senseo wesentlich mehr Verpackung benötigt, geht dieser Punkt an Nespresso.

Auswahl und Vielfalt

Nespresso bietet derzeit insgesamt 19 verschiedene Sorten mit Intensitäten (Stärken) zwischen 2 und 10, Senseo 12 Sorten mit Intensitäten von 4 bis 10 an. Unser Punkt geht für mehr Vielfalt an Nespresso.

Der Geschmack

Am allerwichtigsten ist natürlich der Geschmack, unser letztes Testkriterium. Nespresso wie auch Senseo verwenden beide gemahlenen Kaffee in ihren Kapseln.

Wir werden jetzt nicht jede Sorte die wir getestet haben, bzw. die wir kennen einzeln durchdeklinieren, können aber folgendes feststellen:
Die Grand Crus (so nennt Nespresso seine Kaffee-Variationen) von Nespresso zeichnen sich allesamt dadurch aus, das sie fein abgestimmt und dadurch sehr harmonisch schmecken. Die Kaffee-Einkäufer und vor allem die, die daraus die Grand Crus kreieren, machen da wirklich einen guten Job. Bevor Fragen aufkommen, wir können das sagen, da man beim Kauf einer Nespresso-Maschine von jeder Sorte eine Kapsel dazu bekommt und wir haben schon die zweite Maschine.

Der Geschmack der Senseo Sorten (und hier haben wir tatsächlich nur die oben beschriebenen fünf getestet) ist nicht so ausgewogen und fein, sondern eher einfach. Die Unterschiede der Sorten kommt geschmacklich nicht so gut raus und so unterscheidet man zwangsläufig nur die Stärke. Was leider auch noch negativ auffiel: Meistens hatten wir ein wenig Kaffeepulver in der Tasse, bzw. im Glas. Auch dieser Punkt geht damit an Nespresso.

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Unser Fazit

Wir hatten es schon fast geahnt, bei den Kapseln hat Nespresso eindeutig die Nase vorn. Sowohl bei der Verpackung, als auch bei der Auswahl und dem Geschmack ging Nespresso bei uns als Sieger hervor. Die Senseo-Kapseln konnten nur in der Kategorie Preis punkten, was sich aber anscheinend auf den Geschmack auswirkt.
Deshalb sind wir auch gerne bereit etwas mehr für unseren Kaffee auszugeben, was in unserem Fall pro Tasse bei nur 2 bis 6 Cent liegt.

Uns interessiert natürlich auch eure Meinung. Senseo bietet derzeit noch die Test-Kapseln an. Bestellt sie doch einfach mal und postet hier eure Meinung.


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10 Gedanken zu „Nespresso versus Senseo – der Kapseltest

  1. Ich hätte ehrlichgesagt nichts anderes erwartet…

    Aber kurz zum Thema „Meines Wissens ist Senseo der erste Anbieter der diese Kapseln jetzt verkauft“: Da gibt es doch schon eine ganze Reihe von Anbietern. Von esprimo über Pergusto bis hin zu Gourmesso.

    Im TV läuft derzeit eine große Kampagne für letztgenannte Gourmesso-Kapseln.

    1. Hallo Helge, danke für deinen Hinweis. Die drei beschriebenen Marken waren mir bis dato völlig unbekannt. Wahrscheinlich gibt es sie nur online, denn im Supermarkt habe ich sie nicht gesehen und in der Werbung ist mir nur Senseo aufgefallen. Liegt aber wohl daran, dass wir nicht so viel Werbung schauen :)

      Ich werde mich aber mal darum bemühen, das wir auch die anderen drei Marken testen können. Stay tuned.

  2. Hallo Helge,

    dein Test klingt sehr interessant! Wie wäre es, wenn du das nächste Mal Tchibo Kapseln ausprobierst?

    Viele Grüße,
    Nele

  3. Gerade im neuen PENNY-Flyer entdeckt – dort gibt es ab Montag „JACOBS Momente Kapseln“ (geeignet für NESPRESSO Maschinen).

    Ggf. ja auch für euch zum testen Interessant :)

    Kostenpunkt: 2,99 € für 10 Kapseln.

  4. Erstmal was grundsätzliches: Ich muss mir angewöhnen, hier öfter mal reinzuschauen.
    Zum Thema:
    Wer nicht ständig die Maschine in Betrieb hat, dazu noch zwischen den diversen Sorten – je nach Lust und Laune – wechselt, ist mit geschlossenen Kapseln besser bedient. Der Kaffee in vorgelochten Kapseln verliert sicher an Aroma.

  5. Wir haben die selben Erfahrungen gemacht. Die Verpackung ist absoluter Wahnsinn. Kunststoffkapseln in Folie eingepackt. Das ist bei jedem Kaffee nervig. Geschmacklich sind die Senseo-Kapseln auch bei uns durchgefallen. Zumal sie durch die Kuvertierung nich in unsere Kapselhalter passten. Zwischenzeitlich hatten wir noch die Kapseln von Dallmayr ausprobiert. Geschmacklich besser. Diese bestehen aus Kunststoff mit Alu-Siegeln, aber die Sorte ist nicht zu erkennen und sie sahen nicht sehr ansehnlich aus. Seit Ende letzten Jahres sind wir zu den Originalkapseln zurückgekehrt. Jetzt stimmt die Welt wieder.

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