Sony Alpha 7 III

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Einmal Canon, immer Canon. Das habe ich bis vor ein paar Jahren immer mal gehört und ich dachte auch, dass ich als eingeschworener Canon Fan nie zur Konkurrenz wechseln würde. Das lag zum einen daran, dass ich mit meiner Canon EOS 60D und danach der 70D sehr zufrieden war, sich im Laufe der Zeit einige Objektive angesammelt haben, aber auch weil viele Leute denen ich in den sozialen Netzwerken, insbesondere bei YouTube folgte und immer noch folge, ebenfalls sehr Canon-affin waren.

Aber man soll ja niemals Nie sagen. Auch ich lasse mich gern mal beeinflussen, aber natürlich nicht ohne mir vorher eine eigene Meinung zu bilden.

Warum die Sony Alpha 7 III?

Ist ja klar, mag der ein oder andere jetzt denken: Vollformat. Das war bei mir aber nicht der ausschlaggebende Punkt. Vollformat ist natürlich schon klasse, da man durch den größeren Sensor natürlich viel mehr Bildinformationen einsammeln kann und das bedeutet schärfere Bilder, bzw. auch eine höhere Auflösung, so dass man seine Bilder zur Not auch mal auf Plakatgröße ausdrucken lassen kann.

Aber das war es nicht und damit war das Vollformat, das ich natürlich auch bei Canon hätte haben können, nicht der ausschlaggebende Punkt. Es war vielmehr das Filmen in 4K. Das konnte weder meine Canon EOS 70D und auch nicht die hochgelobte und auch wirklich gute Canon EOS 5D Mark III die immerhin schon 2.500 Euro kostet, natürlich nackt, ohne Objektiv.

Canon EOS 70D
Canon EOS 70D

Hätte ich das vor eineinhalb Jahren, als ich mir die Sony gekauft habe von Canon haben wollen, hätte ich zum Flaggschiff der EOS Reihe greifen müssen, der Canon EOS 1D Mark III. Da hätte mich allein der Body bereits weit über 7.000 Euro gekostet. Das war ich damals und bin es auch heute noch nicht bereit auszugeben, zumal man an einer solchen Kamera dann ja auch keine 300 Euro Objektive drauf setzen würde.

Der Fokus lag auf dem Filmen

Wenn man wie wir mit mehreren verschiedenen Geräten filmt, dann sollten alle Geräte den gleichen Mindeststandard haben, wenn deren Aufnahmen im selben Film eingesetzt werden sollen. Bei der Framerate kann man Unterschiede noch verschmerzen (auch die Sony Alpha 7 III kann bei 4K nur 25p bzw. 30p) bei der Auflösung kann man aber nicht tricksen. Legt man im Schnittprogramm ein Filmprojekt an, richtet es sich bei der Auflösung des Projekts logischerweise nach dem Material mit der geringsten Auflösung. Und Full HD Material kann man ohne Einbußen in der Qualität nicht auf 4K hochskalieren.

Umgekehrt geht das schon. Lege ich ein Filmprojekt in Full HD an, so kann ich beim Schneiden in die Aufnahmen noch ein wenig reinzoomen, was manchmal durchaus von Vorteil ist.

Der Standard den wir uns also selbst gesetzt haben war ausgehend von den Geräten die wir bereits zum Filmen nutzten, und den wir nicht unterschreiten wollten eine Auflösung in 4K. Gern hätten wir auch noch eine Framerate von 60 oder höher dazu genommen um im Film gute Zeitlupen hinzubekommen. Aber das können wir verkraften, da wir das bei Bedarf mit unseren anderen Geräten bewerkstelligen können (DJI Osmo Pocket, DJI Mavic Air 2 und sogar unsere iPhones). Material mit unterschiedlichen Framerates sind in einem Projekt möglich.

Hier die Auflösungen und Framerates die mit der Sony Alpha 7 III beim Filmen möglich sind.

PAL
XAVC S 4K: 3.840 x 2.160 (25p, 100 M), 3.840 x 2.160 (25p, 60 M), XAVC S HD: 1.920 x 1.080 (100p, 100 M), 1.920 x 1.080(100p, 60 M), 1.920 x 1.080 (50p, 50 M), 1.920 x 1.080 (25p, 50 M), AVCHD: 1.920 x 1.080 (50i, 24 M, FX), 1.920 x 1.080 (50i, 17 M, FH)

NTSC
XAVC S 4K: 3.840 x 2.160 (30p, 100 Mbit/s), 3.840 x 2.160 (24p, 100 Mbit/s), 3.840 x 2.160 (30p, 60 Mbit/s), 3.840 x 2.160 (24p, 60 Mbit/s), XAVC S HD: 1.920 x 1.080 (120p, 100 Mbit/s), 1.920 x 1.080 (120p, 60 Mbit/s), 1.920 x 1.080 (60p, 50 Mbit/s), 1.920 x 1.080 (30p, 50 Mbit/s), 1.920 x 1.080 (24p, 50 Mbit/s), 1.920 x 1.080 (60p, 25 Mbit/s), 1.920 x 1.080 (30p, 16 Mbit/s), AVCHD: 1.920 x 1.080 (60i, 24 Mbit/s, FX), 1.920 x 1.080 (60i, 17 Mbit/s, FH)

Die Entscheidung

Genau zu dem Zeitpunkt als ich mir diese Gedanken gemacht habe, wechselten andere bekannte und unbekannte YouTuber aber auch Fotografen von Canon zu Sony und ich hörte immer wieder von der Sony Alpha 7 III. Sie war und ist das Einstiegsmodel von Sony in die Vollformat-Fotografie, zu einem sehr attraktiven Preis – einige hundert Euro unter dem der Canon EOS 5D Mark III. Und sie konnte in 4K Filmen, was sie also auch für mich interessant machte. Lediglich der Preis, der Kamera und der Sony Objektive ließen mich dann doch etwas länger über diese Entscheidung nachdenken.

Ein gutes Cash-Back Programm von Sony für den Body und für zwei Objektive (Sony Zeiss 24-70mm/f4 und Sony 70-300mm/f4.5-5.6), überzeugten mich dann doch vor unserem Afrika-Urlaub 2019 dann doch noch zuzugreifen. Mittlerweile ist mit dem Sony FE 50mm/f1.8 auch noch eine Standard Festbrennweite hinzugekommen, welche ich für relativ wenig Euros bekommen habe.

Sony Alpha 7 III
Sony Alpha 7 III und meine drei Objektive

Fazit

Die Sony Alpha 7 III ist schon eine grandiose Kamera. Sie ist die beste Kamera mit der ich bisher gearbeitet habe. Die Bilder sind knackig scharf, genau wie die Filme. Aber wie ich immer sage, das teuerste Equipment nützt nichts, wenn man damit nicht umgehen kann. Das was am Ende des Tages auf der Speicherkarte landet, wird auch mit der Sony nicht automatisch gut. Man muss ein gutes Auge für das Motiv haben und man muss sich mit seinem Gerät auskennen.

Letzteres war für mich nach dem Umstieg von Canon auf Sony, die größte Herausforderung. Der Funktionsumfang im Vergleich zur Canon 70D ist bei der Sony Alpha 7 III deutlich größer. Zwar ist die Menüführung ähnlich, aber die einzelnen Menüpunkte sind manchmal sehr kryptisch abgekürzt, so dass man manchmal echt wie der Ochs vorm Berg steht und das, was man sucht nicht findet.

Für YouTuber und Vlogger hat die Sony Alpha 7 III ein kleines Manko, das ich hier nicht unerwähnt lassen möchte. Das Display ist maximal um 90° Grad nach oben klappbar und nicht wie bei den Canon Modellen um 180° Grad zur Seite. Möchte man sich selber Filmen, und dabei auch sehen bleibt einen nur Weg über Sonys kostenlose Imaging Edge Mobile App für das Smartphone. Mit der Alpha 7C hat Sony auf dieses Manko reagiert.

Ich bereue den Umstieg und den Kauf der Alpha 7 III nicht und habe mich mittlerweile sehr gut an sie gewöhnt. Ich hoffe nun, dass das Reisen bald wieder möglich sein wird, um noch mehr Erfahrung mit ihr zu sammeln.

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